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Handicap Rechenstörung

5 Jahre Rechentherapie-Praxis Leuchtturm

Am 3. März 2008 eröffnete Silvia Egenberger, Dyskalkulietherapeutin nach BVL®, ihre Rechentherapie-Praxis „Leuchtturm“ in Götzingen. Die Eröffnungsveranstaltung mit dem Thema „Kein Kind muss an Mathe scheitern“ war überwältigend und sprach damals 300 Gäste an.

In den 5 Jahren Dyskalkulietherapie hat sich vieles getan. Hunderte von Testungen wurden inzwischen durchgeführt und den meisten behandelten Kindern konnte Frau Egenberger erfolgreich helfen. Bei ganz schweren Rechenstörungen konnte zumindest eine Verbesserung herbeigeführt werden. Darüber hinaus haben mittlerweile viele Eltern- und Lehrergespräche stattgefunden, wobei das Verständnis für die Rechenschwierigkeiten des Kindes im Vordergrund stand und gemeinsam individuelle Begleitungsmöglichkeiten erarbeitet wurden. Mit dem Handicap „Rechenstörung“ ist die Bewältigung seines Alltags für das Kind sehr anstrengend und für das schulische Lernen demotivierend. Es führt oft zu psychosomatischen Erkrankungen.

Aber auch nach 5 Jahren lässt die Bildungs- und Familienpolitik des Landes diese Kinder mit ihrer Rechenstörung sprichwörtlich „im Regen stehen“. Die Familien müssen die Kosten nach wie vor alleine tragen und bei der Ausbildung der Mathematiklehrer/innen wird die Dyskalkulie (Rechenstörung) im Studium immer noch stiefmütterlich behandelt. Die Rahmenbedingungen im mathematischen Anfangsunterricht werden immer noch nicht den Bedürfnissen der betroffenen Kinder gerecht.

Obwohl die Klassifizierung der Rechenstörung durch die WHO (Weltgesundheits-organisation) erfolgt ist (ICD-10, F 81.2), werden die Behandlungskosten für die Dyskalkulietherapie immer noch nicht übernommen. Es gibt zwar für betroffene Kinder seit 2008 einen Nachteilsausgleich für die Grundschule im Fach Mathematik. Die Umsetzung in der Praxis lässt allerdings zu wünschen übrig.

Für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit Dyskalkulie gibt es noch viel zu tun. Eine Rechenstörung wächst sich nicht aus, wie viele meinen, sondern muss behandelt werden. Dazu durchgeführte Studien belegen, dass nur in einer 1:1-Förderung auch ein Erfolg zu erreichen ist.

Anlässlich des 5-jährigen Jubiläums der Rechentherapie-Praxis Leuchtturm überreichte Frau Egenberger den „Handicaps“ während einer Musikprobe eine Spende.

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